Herbst/Winter 262 Kampagne (Querformat)
Walk, Tuchloden & Schurwolle

Herbststoffe

Zu den Geschichten

Am Anfang steht die Wolle

Schurwolle nennt man die Wolle, die bei der Schur eines Schafes gewonnen wird. Bis daraus ein verarbeitbarer Stoff entsteht, sind rund vierzig Arbeitsschritte nötig: vom Waschen und Sortieren über das Spinnen bis zum Weben. Irgendwann erkannte man, dass verfilzte Schurwolle Wind und Wetter besonders gut abhält. Die Bergbauern entwickelten daraus eine Technik, die Jäger machten sich ihre Vorzüge zunutze – und heute ist Loden weit über seine alpine Heimat hinaus ein Begriff.

Für Wind und Wetter

Aus Walk- und Tuchloden entstehen Jacken und Mäntel, die jedem Wetter standhalten und dennoch atmungsaktiv bleiben. Zu den bekanntesten Stücken zählen der Walkjanker und der Schladminger, der im Dachsteingebiet seine Heimat hat. Auch die klassische Trachtenjacke wird aus Loden gefertigt. Eine besonders ursprüngliche Form ist der Wetterfleck: ein schlichter, verlässlicher Wetterschutz, dessen Vorläufer bereits im alten Rom getragen wurden.

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Verfilzter Alleskönner

Beim Walken entstehen im Stoff winzige Luftkammern. Sie bilden eine isolierende Schicht, die Wärme speichert und zugleich vor Kälte schützt. Loden ist winddicht, strapazierfähig, wasserabweisend und wenig schmutzanfällig – und braucht daher kaum Pflege. Meist genügt es, das Gwand kurz auszubürsten. Seine Robustheit macht Loden zu einem langlebigen Begleiter, der nicht selten von einer Generation an die nächste weitergegeben wird.

Aus dem Gwandhaus Journal

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